













Ein Einbau im Erdgeschoss einer sanierten Gründerzeitvilla im Süden Berlins, der ziemlich viel auf einmal ist: Raumteiler, Schrank, Wand, Bar und WC-Verkleidung. Ein großer Quader aus Eiche, der längs im Grundriss liegt und Flur und Garderobe von Küche und Wohnen trennt.
Genutete Paneele aus 25 mm starker Eichen-3-Schicht-Platte legen sich wie eine Haut um den kompletten Einbau. Nur hier und da geben kleine Unregelmäßigkeiten in der „Epidermis“ Hinweise auf das Innenleben. Das Material wurde von der Manufaktur Wittmann eigens für dieses Projekt zusammengestellt und maßgefertigt und anschließend von Imholz nach unseren Plänen gefräst.
Der Effekt ist bombastisch. Aus der Entfernung beginnt die Fläche zu flimmern, Licht und Schatten laufen über das Holz, ohne dass sofort klar ist, warum. Aus der Nähe kommt eine neue Logik ins Spiel. Während die Maserung der Deckschicht in vertikaler Richtung verläuft, legen die Nuten die horizontale Mittellage frei. Die Außenhaut unterstreicht den linearen Rhythmus der Rillen, während die durchgehende horizontale Maserung am Grund der Nuten den ganzen Quader zusammenzieht.
An den entscheidenden Stellen bleibt das Raster konsequent. Türen, Schalter und Anschlüsse ordnen sich unter. Selbst die WC-Tür verschwindet fast vollständig in der Fläche – nur der bronzene Griff verrät sie noch.
Zur Küche hin öffnet sich der Körper. Die partiell durchgenutete Eichenhaut gibt preis, was sich im Innern der Hausbar befindet: Spirituosenflaschen, die verspiegelte Rückwand und integrierte Spots. Auf den ersten Blick vielleicht etwas dick aufgetragen, im Alltag dann aber überraschend selbstverständlich. Abends entsteht eher so etwas wie ein integrierter Kamin im Möbel.
Am anderen Ende ist ein Stück herausgeschnitten, um die Sichtachse von der Treppe zum Eingangsbereich nicht zu stören. Hier finden die Haustürschlüssel neben Kunstwerken der jüngsten Hausbewohner*innen Platz. Das satte Grün bildet einen schönen Kontrast zur Eiche der Außenhaut und setzt den Einschnitt klar ab. Das pigmentierte Öl stammt von der Firma Linoli und Pigment, die mit einer herausragenden Farbpalette und natürlichen Produkten überzeugen.
Die eigentliche Arbeit lag darin, das Raster konsequent über alle Bauteile zu ziehen und gleichzeitig mit einem Altbau zurechtzukommen, der selten gerade ist. Böden, Decken, Wände – alles ein bisschen verschoben. Der Quader tut so, als wäre das egal. Ist es nicht.
Auftraggeber: Privat
Entwurf: Bla Architekten
Fotos: Studio Mett
Planung und Umsetzung: Studio Mett
2025













Ein Einbau im Erdgeschoss einer sanierten Gründerzeitvilla im Süden Berlins, der ziemlich viel auf einmal ist: Raumteiler, Schrank, Wand, Bar und WC-Verkleidung. Ein großer Quader aus Eiche, der längs im Grundriss liegt und Flur und Garderobe von Küche und Wohnen trennt.
Genutete Paneele aus 25 mm starker Eichen-3-Schicht-Platte legen sich wie eine Haut um den kompletten Einbau. Nur hier und da geben kleine Unregelmäßigkeiten in der „Epidermis“ Hinweise auf das Innenleben. Das Material wurde von der Manufaktur Wittmann eigens für dieses Projekt zusammengestellt und maßgefertigt und anschließend von Imholz nach unseren Plänen gefräst.
Der Effekt ist bombastisch. Aus der Entfernung beginnt die Fläche zu flimmern, Licht und Schatten laufen über das Holz, ohne dass sofort klar ist, warum. Aus der Nähe kommt eine neue Logik ins Spiel. Während die Maserung der Deckschicht in vertikaler Richtung verläuft, legen die Nuten die horizontale Mittellage frei. Die Außenhaut unterstreicht den linearen Rhythmus der Rillen, während die durchgehende horizontale Maserung am Grund der Nuten den ganzen Quader zusammenzieht.
An den entscheidenden Stellen bleibt das Raster konsequent. Türen, Schalter und Anschlüsse ordnen sich unter. Selbst die WC-Tür verschwindet fast vollständig in der Fläche – nur der bronzene Griff verrät sie noch.
Zur Küche hin öffnet sich der Körper. Die partiell durchgenutete Eichenhaut gibt preis, was sich im Innern der Hausbar befindet: Spirituosenflaschen, die verspiegelte Rückwand und integrierte Spots. Auf den ersten Blick vielleicht etwas dick aufgetragen, im Alltag dann aber überraschend selbstverständlich. Abends entsteht eher so etwas wie ein integrierter Kamin im Möbel.
Am anderen Ende ist ein Stück herausgeschnitten, um die Sichtachse von der Treppe zum Eingangsbereich nicht zu stören. Hier finden die Haustürschlüssel neben Kunstwerken der jüngsten Hausbewohner*innen Platz. Das satte Grün bildet einen schönen Kontrast zur Eiche der Außenhaut und setzt den Einschnitt klar ab. Das pigmentierte Öl stammt von der Firma Linoli und Pigment, die mit einer herausragenden Farbpalette und natürlichen Produkten überzeugen.
Die eigentliche Arbeit lag darin, das Raster konsequent über alle Bauteile zu ziehen und gleichzeitig mit einem Altbau zurechtzukommen, der selten gerade ist. Böden, Decken, Wände – alles ein bisschen verschoben. Der Quader tut so, als wäre das egal. Ist es nicht.
Auftraggeber: Privat
Entwurf: Bla Architekten
Fotos: Studio Mett
Planung und Umsetzung: Studio Mett
2025